Bundesliga 
SC Freiburg darf von Europa träumen
Freiburgs Trainer Christian Streich freut sich auf das Stadion-Erlebnis am Böllenfalltor. Bildquelle Ulrich Marx
Den Klassenerhalt hat der SC Freiburg bereits perfekt gemacht. Jetzt könnten sich die Freiburger als derzeitiger Sechster sogar noch für die Europa League qualifizieren. Das Saisonfinale beginnt am Samstag (15.30 Uhr) mit einem Auswärtsspiel beim Tabellenletzten SV Darmstadt 98. Gestern gab der SC bekannt, dass er weiter auf Pascal Stenzel setzen kann, der fest verpflichtet wird.

Schon nach dem Sieg gegen Leverkusen, bei dem Stenzel als Einwechselspieler das Siegtor erzielte, hatte Trainer Christian Streich betont, dass er den 21-Jährigen gerne längerfristig beim Sport-Club sehen würde: "Er gehört hierher, und er ist ein Spieler, der zu 100 Prozent nach Freiburg passt." Seit Anfang 2016 war Stenzel von Borussia Dortmund ausgeliehen, allerdings ohne eine Kaufoption, wie sie der Verein beim von Mainz geliehenen Florian Niederlechner besitzt. Jetzt waren die Verhandlungen mit den Dortmundern erfolgreich. Für geschätzte 3,5 Millionen Euro kommt der Junioren-Nationalspieler zum SC, wo er einen längerfristigen Vertrag unterschrieben hat.


Talentierte Spieler länger halten


Für Freiburg ist das eine hohe Transfersumme, die aber zeigt, dass der Verein es ernst meint, wenn er betont, dass junge talentierte Spieler auch mal länger gehalten werden sollen. Stenzel kam als Rechtsverteidiger und hat auf dieser Position auch in den meisten Fällen gespielt. Perspektivisch könnte er aber auch ein Spieler für das zentrale Mittelfeld sein. Nur eine Schulterverletzung hat ihn zwischenzeitlich ausgebremst und dafür gesorgt, dass er zuletzt die ungewöhnliche Jokerrolle eingenommen und diese auch mit seinem ersten Bundesligator gekrönt hat.


In Darmstadt wird er möglicherweise zunächst wieder auf der Bank sitzen, da Streich eigentlich keinen Grund hat, seine zuletzt siegreiche Elf umzustellen. Die große Frage vor dem Spiel beim abgeschlagenen Schlusslicht war allerdings, ob erneut das Sturm-Duo Nils Petersen und Florian Niederlechner auflaufen wird. "Es kann sein", hielt sich Streich bedeckt. Nach ihrem erst dritten gemeinsamen Startelf-Einsatz, der erstmals mit einem Sieg endete, sieht der SC-Coach immerhin Möglichkeiten für die Zukunft: "Sie haben einen guten Schritt gemacht."


Philipp wieder dabei


Der nächste könnte nun in Darmstadt folgen. Allerdings haben sich die Lilien trotz des nur noch rechnerisch möglichen Klassenerhalts nicht aufgegeben und zuletzt zweimal in Folge gewonnen. "Du siehst, dass er kämpft wie ein Löwe", sagte Streich über Darmstadts Trainer Torsten Frings, "es geht da auch um Selbstachtung, und das sieht man auch bei der Mannschaft." Die habe in der vergangenen Saison ein paar Mal Glück gehabt, und das habe ihr in dieser Runde gefehlt. Inzwischen seien sie aber "wieder bei ihren Wurzeln: Die rennen und spielen alles ab, als ob es um den Klassenverbleib ginge."


Der SC müsse deshalb mit der gleichen Einstellung und dem spielerischen Mut ins Spiel gehen wie am vergangenen Sonntag gegen Leverkusen. Und die Freiburger können dabei auch wieder auf Maximilian Philipp zählen, der nach einem Muskelfaserriss im Oberschenkel wieder zurück im Training ist. Allerdings kommt er nach seiner Pause wohl noch nicht von Beginn an in Frage.Vincenzo Grifo (Innenbandriss im Knie) und Marc Torrejón (Muskelfaserriss im Adduktorenbereich) werden weiter fehlen.


Vorfreude bei Streich


Christian Streich hat nicht nur sportlichen Respekt vor dem Gegner, er freut sich auch auf das Stadion-Erlebnis in Darmstadt, das es wegen der Lizenzauflagen der DFL möglicherweise nicht mehr so lange geben wird. "Das Böllenfalltor finde ich super, da habe ich als junger Kerl schon gekickt." Die Freiburger Fans sind offenbar ähnlich nostalgisch wie Streich, und sie wollen ihren Klub bei dem Kampf um die internationalen Plätze unterstützen, denn der Gästeblock ist mit 2300 Tickets bereits restlos ausverkauft.


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