Bundesliga 
Christian Streich: Europa League? Ja, aber ...
Florian Niederlechner (rechts) war der Matchwinner des SC Freiburg beim glücklichen 1:0-Erfolg in Wolfsburg. Bildquelle Ulrich Marx
Am vergangenen Sonntag hat SC-Präsident Fritz Keller seinen 60. Geburtstag gefeiert. Das schönste Geschenk bekam er aber erst am Mittwochabend, wie er selbst sagte. Freudestrahlend lief er nach dem 1:0-Sieg des SC Freiburg beim VfL Wolfsburg durch die Katakomben der Volkswagen-Arena.

Eine Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte, ein schön herausgespieltes Tor von Florian Niederlechner und die Ergebnisse auf den anderen Plätzen sorgten für ausgelassene Stimmung bei den Freiburgern. Durch den Auswärtserfolg rückten die Breisgauer auf Platz sieben vor und haben jetzt nur noch zwei Punkte Rückstand auf Köln und Hertha, die in der Tabelle auf Platz fünf und sechs stehen.


Glücklicher Erfolg


Als Christian Streich gefragt wurde, ob er denn nochmal Lust auf die Europa League hätte, machte der SC-Trainer eine kurze Pause und antwortete dann: "Ich hätte schon Lust, aber nur wenn mir jemand garantiert, dass wir danach nicht absteigen."

Weil der Klassenerhalt trotz der mittlerweile 38 Punkte rechnerisch noch immer nicht perfekt ist, richtet sich der Blick beim Sport-Club weiterhin nach unten. "Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass die anderen Ergebnisse nicht gut tun", sagte Julian Schuster grinsend, "aber mir gefällt das nicht rumzurechnen, das hilft uns nicht weiter." Der SC-Kapitän blickte lieber voraus auf das nächste Heimspiel gegen die stark abstiegsgefährdeten Mainzer: "Bis dahin müssen wir ein paar Dinge verbessern." Schuster hatte nach dem knappen Sieg nicht vergessen, dass der SC Glück hatte, dass Wolfsburg die vielen Chancen der ersten Hälfte nicht genutzt und der eingewechselte Boris Mayoral kurz vor Schluss den Ausgleich vergeben hatte.

Auch für Streich sind die Freiburger deshalb letztlich "die Glücklicheren" gewesen, und er war froh, dass sein Team die ersten 20 Minuten überstanden hat, in dem ihm die Wolfsburger "die Grenzen aufgezeigt haben". Die zweite Halbzeit fand er hingegen "toll", vor allem nach der schlechten Leistung gegen Bremen.


Rotation im Sturm


Auf fünf Positionen hatte er seine Startelf umgebaut, die am Morgen vor dem Spiel noch anders ausgesehen hatte, wie er verriet. Stürmer Karim Guédé kam zu seinem erst dritten Einsatz in dieser Saison, nachdem er in den zehn Spielen zuvor nicht einmal zum Kader gehörte. "Auch wenn er wochenlang nicht spielt, hat Karim die Energie und kann sie auch anderen geben", erklärte Streich.


Zusammen mit Niederlechner war er sozusagen erster Verteidiger des SC und vor allem wegen seiner Kopfballstärke gefragt. "Er läuft viel, bringt Wucht mit und ist immer positiv", lobte Niederlechner seinen 32-jährigen Sturmpartner, der schon immer dann eingesetzt wurde, wenn es mal nicht so gut lief. Nachdem sich Guédé abgearbeitet hatte, kam für die letzten 20 Minuten Nils Petersen. "Er war spritzig, konnte alles raushauen und hat Bälle festgemacht", sagte Streich. Und er legte den Siegtreffer auf. "Der Pass von Nils war grandios, weil er direkt gespielt hat und ich den Raum hatte", freute sich Niederlechner, "ohne seinen Assist hätten wir nicht gewonnen."


Niederlechner gegen den Ex-Club


Auch Niederlechner will nun "so schnell wie möglich den Klassenerhalt sichern", am liebsten schon morgen gegen seinen Ex-Klub Mainz, von dem er bis zum Saisonende an den Sport-Club ausgeliehen ist. Präsident Keller hätte sicherlich nichts gegen ein weiteres verspätetes Geburtstagsgeschenk.


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