»Es ist schön da oben« für den TuS Kinzigtal
Spielertrainer Manuel Riedel (von rechts) und sein neuer Assistent Stefano Zampilli feierten einen grandiosen Saisonstart mit dem früheren Punktelieferanten TuS Kinzigtal. Bildquelle Verein

 

Der TuS Kinzigtal steht nach dem ersten Spieltag der Fußball-Kreisliga B III auf Platz 2. »Es ist schön da oben«, postet das jahrelang abgeschlagene Kellerkind auf seiner vielbeachteten Facebook-Seite. Der 6:3-Sieg gegen die Landesliga-Reserve des SV Hausach, deren Torschützen Kevin Mayer und Dominic Hesse eigentlich für die Erste vorgesehen sind, wurde am Sonntagabend mit vier Kisten Bier gebührend begossen.
Glücklich war natürlich auch Raimund Schmieder, im 20. Jahr Vorsitzender des TuS. »Wobei sich ein solches Ergebnis in den vergangenen Wochen angedeutet hat«, so Schmieder, »schon im Frühjahr wurden unsere Ergebnisse immer enger«. Was am 12. März im ersten Sieg nach sechs Jahren gipfelte, dem 3:1 beim FV Biberach, dem übrigens ein 0:0 gegen Hausachs Zweite folgte. Dies aber blieben die einzigen Punktgewinne in der gesamten Saison, wobei die Jahre zuvor noch dürftiger waren.

TuS-Vorsitzender Schmieder: "Mit solchen Jungs bleibt man selbst jung"

Wovon sich Spielertrainer Manuel Riedel indes nie entmutigen ließ. »Seine Verpflichtung war für uns ein Glücksfall«, betont Schmieder. Mit kleinen Schritten vergrößerte der 26-Jährige den Kader und die Lust am Training. In seine nunmehr fünfte Saison ging der Pädagoge erstmals mit einem Co-Trainer. Stefano Zampilli wechselte vom FC Kirnbach zum Kult-Club im anderen Wolfacher Stadtteil Halbmeil, weil er ins Trainerleben reinschnuppern wollte. »Das harmoniert«, lobt Schmieder das Trainerduo, das selbst mitkickt. Weshalb der 63-jährige Vereinschef ? wie gewünscht ? Ansprechpartner draußen auf der Trainerbank ist. »Und mit solchen Jungs bleibt man selbst jung«, freut sich Schmieder.
»Die 94. Minute gegen den SV Hausach II bricht an, der TuS Kinzigtal führt mit 5:3 und wartet auf den Abpfiff. Dann gewinnt Nico Plischke einen Zweikampf im Mittelfeld, Raphi Faitsch erkennt aus 40 Metern, dass der Torhüter zu weit vor dem Tor steht und hebt ihn in die Maschen ? danach pure Ekstase! Der TuS Kinzigtal gewinnt sein erstes Saisonspiel mit 6:3 und grüßt von (fast) ganz oben in der Tabelle. Ein herrliches Gefühl!« So steht es geschrieben auf der oberligareifen Facebook-Seite des TuS Kinzigtal 1953, dazu zwei Quizfragen: Erntet der TuS Kinzigtal die Früchte für: a) die viele harte und schwere Arbeit in den letzten Jahren? b) Marcel Urbaneks Smoothies?

Tus-Trainer Riedel: "Es war noch nicht mal das Optimum"

»Wir hatten sechs verschiedene Torschützen«, betont Riedel, »das zeigt, wie flexibel wir sind«. Und in der per Video im Internet festgehaltenen Ansprache, die am Montag um 12 Uhr schon 3658 Aufrufer hatte, ballt Riedel nach diesem denkwürdigen 6:3 beide Fäuste: »Es war ein hervorragendes Spiel von uns, aber noch nicht mal das Optimum, was wir drauf haben«. Und wäre die Kameraführung nicht langsamer als die Flugbahn des Balls nach dem Weitschuss von Faitsch gewesen, hätte diese Bogenlampe durchaus in der Auswahl zum »Tor des Monats« in der ARD-Sportschau landen können. Ohnehin ist dieser TuS filmreif, der beim ersten »Ortenauer Fußball Award« von www.fussball.bo.de und »Kicker der Ortenau« zur »Mannschaft des Jahres 2017« gekürt wurde. Nach ihrem Training im Vorjahr mit Ex-Profi Hans Sarpei für die Fernsehsendung »Das T steht für Coach« von »Sport1« stand diese  spezielle Truppe Ende März für Dreharbeiten mit einem SWR-Team über das Leben in Wolfach mit seinen Eigenheiten schon vor der Kamera.
Dass der TuS in der 17er-Liga am kommenden Wochenende spielfrei ist, erscheint neuerdings unglücklich. »Doch dies kann das Team für zwei konzentrierte Trainingswochen nutzen«, sagt Schmieder mit dem typischen TuS-Positivdenken. Danach geht es gegen den haushohen Meisterschaftsfavoriten SV Gengenbach. Ein Spitzenspiel mit dem TuS Kinzigtal ? der Fußball schreibt eben stets seine eigenen Geschichten. 

 


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