Bundesliga 
Standards als Schlüssel zum Erfolg für den SC Freiburg
Hatte beim 2:1-Sieg gegen Leipzig keinen Grund, nachdenklich zu sein: Freiburgs Trainer Christian Streich. Bildquelle Ulrich Marx
Mit dem überraschenden Heimsieg gegen Vizemeister RB Leipzig hat der SC Freiburg drei weitere Punkte im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga geholt.

Auch den Ausfall von Torhüter Schwolow steckten die Breisgauer weg.

Mit seiner Standardstärke und großer Leidenschaft drehte Fußball-Bundesligist SC Freiburg am Samstagnachmittag erneut einen Rückstand in einen 2:1-Sieg und ließ sich beim Heimerfolg über RB Leipzig auch nicht aus der Ruhe bringen, als Torwart Alexander Schwolow (27.) verletzt ausgewechselt werden musste.

Während der eine Torschütze Janik Haberer den Sieg sehr sachlich analysierte, dabei aber versicherte, dass er sich innerlich »riesig freuen« würde, kam der andere Torschütze Robin Koch mit breitem Grinsen zu den Interviews. »Das war eine besondere Woche«, freute sich der 21-Jährige. Nach seinem ersten Bundesligator beim 1:1 in Frankfurt legte er gegen Leipzig gleich sein zweites nach. »Es ist noch mal ein Stück schöner, zu Hause zu treffen, dann noch gegen Leipzig und dann war es auch noch der Siegtreffer.«

Christian Günter zweimal Vorbereiter
Wie Haberer (72. Minute) hatte auch Koch (76.) nach einer Ecke von Christian Günter getroffen, der erste mit dem Fuß, der zweite mit dem Kopf. Innerhalb weniger Minuten drehten die beiden damit einen Rückstand, nachdem Timo Werner (66.) nach einem Konter seinen insgesamt bereits neunten Treffer in acht Spielen gegen den SC erzielt hatte. »Das Tor war nicht zu verhindern«, sagte SC-Trainer Christian Streich, der es »nicht für möglich gehalten« hatte, dass seine Mannschaft gegen Leipzig gewinnen würde.

Freiburger Fünferkette
Nur an einem »außergewöhnlich guten Tag« sei das möglich, und angesichts der Personalprobleme im Vorfeld hatte er nur wenig Hoffnung darauf.

Da die Freiburger in den vergangenen drei Spielen gegen Leipzig jeweils vier Tore kassiert hatten, stellte Streich etwas defensiver auf als in den vorherigen Spielen. Hinter Innenverteidiger Koch, der erneut den verletzten Nicolas Höfler im defensiven Mittelfeld vertrat, stellte er mit Caglar Söyüncü, Manuel Gulde und Marc Oliver Kempf drei weitere Innenverteidiger in die Mitte der Fünferkette. Insgesamt griffen die Freiburger den Gegner nicht ganz so früh an. Der Abstand zwischen Abwehr und Angriff sollte nicht zu groß werden, erklärte Haberer, denn »dann haben sie die Räume, um ihre Schnelligkeit auszuspielen«.

Gikiewicz-Debüt im Tor
Leipzig hatte zwar zunächst deutlich mehr Ballbesitz, die besseren Chancen hatte trotzdem der Sport-Club. RB-Torwart Peter Gulasci verhinderte mit einer guten Parade das erste Bundesligator von Neuzugang Lucas Höler (33.), der den Ball nach einer Flanke von Günter in der Luft angenommen hatte. 
Beim SC stand zu diesem Zeitpunkt bereits Bundesligadebütant Rafal Gikiewicz im Tor. Nach knapp 20 Minuten war Alexander Schwolow bei einem Abseitstor von Bruma mit Jean-Kevin Augustin zusammengeprallt und hatte dabei einen Bluterguss im Oberschenkel erlitten. Er versuchte zunächst weiterzuspielen, musste aber kurz danach raus. Der eingewechselte Gikiewicz hat »toll gespielt, ruhig und sachlich«, fand Streich. Der Pole war vor dem heranstürmenden Augustin (45.+1) am Ball und parierte einen Schuss von Werner (52.) aus kurzer Distanz. 

SC seit sieben Spielen ungeschlagen
Hauptverantwortlich für den Sieg gegen den Favoriten war aber neben der disziplinierten und leidenschaftlichen Abwehrarbeit vor allem die Stärke bei Standards, nach denen der SC inzwischen 60 Prozent seiner 20 Tore erzielt hat. Daran haben laut Streich seine beiden Co-Trainer Lars Voßler und Florian Bruns großen Anteil, die mit den Spielern verschiedene Varianten erarbeiten und intensiv einstudieren würden.
Außerdem »bringt Günni die Dinger momentan gut rein«, lobte Robin Koch den zweifachen Vorlagengeber Christian Günter, »und dann gehört natürlich auch noch die Überzeugung dazu«. Die hat nicht nur Koch gegen Topfavoriten RB Leipzig gezeigt, sondern die gesamte Mannschaft, die als einziger Bundesligist seit sieben Spielen ungeschlagen ist.

 


Top-Torjäger der Liga

1. Robert Lewandowski (Bayern München) 28
2. Kevin Volland (Bayer 04 Leverkusen) 14
Mark-Alexander Uth (1899 Hoffenheim) 14
Niclas Füllkrug (Hannover 96) 14
Nils Petersen (SC Freiburg) 14
6. Michael Gregoritsch (FC Augsburg) 13
Timo Werner (RB Leipzig) 13
Pierre-Emerick Aubameyang (Borussia Dortmund) 13
9. Andrej Kramaric (1899 Hoffenheim) 12
Salomon Kalou (Hertha BSC) 12
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