Oberliga Baden-Württemberg 
Oberacherns Trainer Lerandy sauer: »Blutleerer Auftritt«
Auch Oberacherns Torschütze zum frühen 1:0, Felix Armbruster, konnte die verdiente Niederlage gegen Spielberg nicht verhindern. Bildquelle Iris

Enttäuschende Vorstellung des SV Oberachern am Samstag in der Fußball-Oberliga: Denn 280 Zuschauer, davon gut die Hälfte aus dem Karlsbader Ortsteil, sahen einen auch in der Höhe verdienten 5:2-Sieg des SV Spielberg, der nach dem dritten Dreier in Serie nun auf dem besten Weg ist, den vor wenigen Wochen in weiter Ferne liegenden Klassenerhalt doch noch zu schaffen. 

»Wir sind sehr glücklich über den Sieg. Es gab auch schon andere Spiele, bei denen wir unsere Chancen nicht so konsequent genutzt haben«, freute sich ein zufriedener Gästecoach Tobias Winter nach dem 5:2-Erfolg des hochgradig abstiegsgefährdeten SV Spielberg in der Fußball-Oberliga beim SV Oberachern, der mit Auf- oder Abstieg nichts mehr zu tun hat.

"Tag der offenen Tür"
Gastgeber Oberachern, der in dieser Saison schon 14 Mal zu Null spielte, veranstaltete über 90 Minuten lang einen »Tag der offenen Tür« und lud Spielberg zu den Gegentoren förmlich ein. Kein Wunder, dass Oberacherns Coach Mark Lerandy hinterher restlos bedient war: »Nach so einem ganz schwachen Auftritt weiß ich nicht, was ich sagen soll.«
Dabei fing doch alles gut an, denn schon nach sechs Minuten lagen die Achertäler mit 1:0 in Front. Einen gefährlichen Schuss von Cemal Durmus konnte Spielbergs Schlussmann Yannik Dressler noch glänzend parieren, doch im Anschluss an die folgende Ecke von Gabriel Gallus stieg SVO-Kapitän Felix Armbruster am höchsten und wuchtete den Ball per Kopf ins Gästegehäuse. Es war bereits das sechste Saisontor des Ex-Spielbergers.

Nico Huber einer der wenigen Lichtblicke
Nur drei Minuten später brachte aber SVO-Keeper Logan Kleffer einen aufspringenden Ball nicht unter Kontrolle, und Robin Müller donnerte das Spielgerät aus kurzer Distanz zum 1:1 unter die Latte. In der 12. Minute wurde die Ober­acherner Hintermannschaft dann mit einem Pass in die Schnittstelle ausgehebelt - Jimmy Marton netzte zum 1:2 ein. Mit einer herrlichen Direktabnahme aus 18 Metern schaffte Nico Huber, an diesem Tag einer der wenigen Licht­blicke beim SVO, nach einer halben Stunde zwar den 2:2-Ausgleich, doch gerade mal drei Minuten später traf erneut Marton zum 2:3-Halbzeitstand.

Viele SVO-Fehler
Die Pausen-Ansprache von SVO-Coach Mark Lerandy fand bei seinem Team kein Gehör. Selbst einfache Zuspiele landeten beim Gegner. Ein feiner Pass von Riccardo Di Piazza, der in der letzten Saison auch schon einige Male das SVO-Trikot trug, fand in Jimmy Marten seinen Abnehmer, doch der ehemalige U17-Nationalspieler verfehlte das Ober­acherner Gehäuse knapp.
Ein Abspielfehler in der gegnerischen Hälfte leitete nach gut einer Stunde den vierten Spielberger Treffer ein. Jimmy Marten - bester Spieler auf dem Platz - ging nach einem langen Ball auf und davon und ließ dem leidgeprüften Kleffer im Oberacherner Kasten beim 2:4 keine Chance. Nur drei Minuten später schlug Di Piazza den Ball von links scharf nach innen und der heranstürmende Manuel Hasel drückte das Leder zum 2:5 über die Linie. Der SV Spielberg konnte schalten und walten, wie er wollte, und hätte gegen einen konfusen wirkenden SV Oberachern am Ende sogar noch höher gewinnen können. Nach diesem »blutleeren Auftritt«, so Trainer Mark Lerandy, muss man beim SV Oberachern froh sein, den  Klassenerhalt bereits in der Tasche zu haben. 

SV Oberachern - SV Spielberg 2:5 (2:3)
Oberachern: Kleffer - Fritz, Armbruster, Huber, Giardini, Gallus, Tasli (70. Daouri), Decherf (46. Herrmann), Schwenk (80. Gülsoy), Metzinger (67. Keller), Durmus.
Spielberg: Dressler - Fixel, Müller, Hasel (82. Daum), Schoch, Knorn (88. Zimmermann), Charrier (71. Feger), Kappler, Di Piazza, Leimenstoll, Marton (86. Jäckh).
Schiedsrichter: Tobias Eisele (Korntal-Münchingen) - Zuschauer: 280.
Tore: 1:0 Armbruster (6.), 1:1 Robin Müller (9.), 1:2 Marton (12.), 2:2 Huber (30.), 2:3 Marton (34.), 2:4 Marton (65.), 2:5 Hasel (67.).

 


Top-Torjäger der Liga

1. Marcel Sökler (SGV Freiberg Fußball) 28
2. Mario Marinic (TSG Backnang) 21
Rahman Soyudogru (FV Ravensburg) 21
4. Patrick Lauble (TSG Balingen) 18
5. Domenico Botta (1. Göppinger SV) 16
Riccardo Gorgoglione (FSV 08 Bissingen) 16
7. Nedzad Plavci (FC 08 Villingen) 15
8. Hakan Kutlu (SGV Freiberg Fußball) 14
Adrian Beck (Neckarsulmer Sport-Union) 14
10. Benedikt Haibt (FC 08 Villingen) 13
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